Flechtverfahren zur Herstellung von Endlos-Schläuchen und Flachgeflechten

Das Flechtverfahren ist ein Faserverarbeitungsverfahren mit großen Gestaltungsmöglichkeiten bei gleichseitig hohem Materialdurchsatz. Bei diesem Verfahren werden einzelne Faserspulen um den Flechtkern herumgeführt, 50% im Uhrzeigersinn, 50% entgegengesetzt. Dabei umlaufen sich die Spulen mäanderförmig, sodass ein Geflecht entsteht.

Je nach Auslegung des Faservorformlinges können zusätzlich noch 0°-Faser eingezogen werden, die zwischen den Kreuzungspunkten des Geflechtes verlaufen. Geflechte zeichnen sich durch eine hohe Drapierbarkeit aus: einen Flechtschlauch kann man durch Veränderung des Faserwinkels auf verschiedene Durchmesser verändern.
Komplexere Strukturen werden direkt auf einen Kern geflochten: hier spricht man vom sogenannten Overbraiding-Verfahren.
Bei jeweils einem Überlauf der Maschine wird die komplette Kernoberfläche mit Faser mit der vorgegebenen Faserorientierung bedeckt. Im Vergleich zum Filament Winding Verfahren sind sehr viel höhere Materialdurchsätze möglich.

Eine Flechtmaschine kann unterschiedlich bestückt werden: so kann mit voller Bestückung, mit halber, viertel, … Bestückung geflochtern werden, je nachdem, welcher Schlauchdurchmesser hergestellt werden soll. Neben Rundgeflechten lassen sich auch Flachgeflechte herstellen (Bandware in der Breite π x d).